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The Retaliation Process

Interview von: Dominik Szelinski mit Jury, am: 17.02.2010 ]

Aus dem Norden der Republik, genauer aus Hamburg, stammen die Metal-Newcomer THE RETALIATION PROCESS, deren Debüt "Downfall" am 26. Februar via Silverwolf Productions erscheint. Mit massivem Sound und lupenreinem Songwriting ausgestattet, zeigt der Fünfer, wie Moderner Metal anno 2010 klingt. Die musikalische Qualität und das weit reichende Potenzial hat von Beginn an hohe Wellen geschlagen, so dass Gitarrist Jury und seine Bandkollegen gerade der Veröffentlichung ihres Debüts in Deutschland, den USA, Asien und Australien entgegen fiebern.

 

Musicscan:Vielen Dank, dass Du dir die Zeit nimmst, um ein paar Fragen zu beantworten. Ich kann mir vorstellen, dass es derzeit alles sehr aufgeregt und vielleicht auch stressig bei Euch zugeht, wo das Release Eures Debüts "Downfall" doch Ende Februar ansteht. Wie ist das für Euch gerade?

The Retaliation Process:Es ist zurzeit bandtechnisch gesehen noch gar nicht so stressig. Dies ist beispielsweise das erste Interview zur "Downfall" Scheibe und wir haben auch erst gestern mit großer Freude die Promo CD's erhalten, welche übrigens echt fantastisch aussehen. Es fängt also alles gerade erst an und wir sind nun einfach überglücklich, dass das Album in ca. einem Monat herauskommt. Einer Veröffentlichung geht ja immer viel Vorbereitungszeit voraus und wir freuen uns, dass es nun langsam konkret wird!

Musicscan:Erzähl doch mal bitte ein wenig zu Eurer erst erstaunlich kurzen Bandgeschichte. Ihr habt erst Anfang 2008 begonnen und dann muss es ja sehr schnell gegangen sein.

The Retaliation Process:Ja, die Band hat sich im Frühjahr 2008 gegründet, das stimmt. Aber der ganze Albumprozess fing schon etwas früher an. Einige Teile waren nämlich vor der tatsächlichen Bandgründung geschrieben worden, da Kummer [Schlagzeuger, Anm. d.Verfassers], Micha [Bassist, Anm. d. Verfassers] und ich sie eigentlich für ein anderes Projekt benutzen wollten, welches dann aber auseinander brach. Wir waren erst mal ziemlich gefrustet, aber da aufhören ja irgendwie muschimäßig ist und viel zu viel Herzblut in den Ideen steckte, suchten wir bald erneut nach den richtigen Bandkollegen für das Material. Das dauerte eine gefühlte Ewigkeit, aber irgendwann konnten wir dann in Christoph den richtigen Frontmann für die Band gewinnen. Anschließend gaben wir uns den Namen "The Retaliation Process", organisierten uns ein fettes Logo und anderes Gedöhns und stellten nach ein paar ersten Konzerten und einer kleineren Vorproduktion die angesammelten Ideen zu viert fertig. Im Frühsommer 2009 stieß dann noch mein Gitarrenpartner Sascha zur TRP – Gang dazu. Aus diesem Patchwork ist mittlerweile eine gefestigte neue Band gewachsen, was sich total gut anfühlt.

Musicscan:Waren die einzelnen Bandmitglieder zuvor schon in anderen Bands tätig, oder habt Ihr teilweise sogar schon zusammen musiziert, ehe ihr THE RETALIATION PROCESS gegründet habt?

The Retaliation Process:Micha, Kummer und ich spielten vorher in "Nayled", die ähnlich wie TRP auch moderneren Metal zockten, auch wenn die Kombo etwas softer als TRP war. Christoph grunzt neben seinem Engagement bei uns noch bei "Irate Architect", welche feinsten Death Grind spielen und letztes Jahr auch eine geile Platte veröffentlicht haben. Sascha spielte wiederum bei den Hamburger Hardcorelern "This Belief" und werkelte an einem Projekt namens "Meguro", die eher Fear Factory oder Messhuggah-lastig klangen. Ich hab früher noch in der Death/Black-Metal Band "Mephistopheles" gespielt, welche auch einige Alben veröffentlicht haben. TRP ist insofern eine Art Zusammenschluss alter Hamburger Metal-Hasen ;-).

Musicscan:Wie würdest Du selbst Euren Sound beschreiben und mit welchen Bands lässt sich Eure Musik vielleicht vergleichen?

The Retaliation Process:Es ist klischeefreier, groove-betonter, massiver und mit dem richtigen Schuss starker Melodien gewürzter Metal mit einer eigenen Note! Wir wollen Arschtreter - Songs spielen, die straight und heavy klingen, dabei aber auch technisch anspruchsvoll sein können. Das Schöne an der Band ist, dass wir eine wirklich fokussierte Vision davon haben, wie wir klingen wollen, weshalb sich meiner Meinung nach auch der unterschiedliche Background der Mucker zu einem homogenen Ganzen zusammenfügt. Das lässt sich aber schwer beschreiben, einfach mal auf www.myspace.com/theretaliationprocess klicken und die Boxen aufreißen! Ich glaube, dass Freunde von Lamb of God, Machine Head, Slayer, Pantera, The Haunted, Hatesphere, In Flames oder auch Hypocrisy durchaus Gefallen an uns finden könnten, sofern sie keinen Abklatsch dieser Bands suchen!

Musicscan:Wie entstanden die Lieder zu "Downfall"? Arbeitet Ihr immer im Kollektiv und erjammt Eure Songs, oder geht dem ganzen immer eine Einzelarbeit voraus?

The Retaliation Process:Beides. Wir achten darauf, dass beide Anteile nicht zu kurz kommen. Meistens wird eine Idee oder ein Arrangement oder sogar ein ganzer Song zu Hause am Laptop in unterschiedlichen Details ausgearbeitet und dann per Rundmail an alle Jungs verschickt. Auf diese Weise erschließen sich die Einzelheiten einfach am Besten und es erspart allen Mitgliedern unnötiges Rumgedödel im Proberaum, da sich jeder bis zu einem gewissen Grad alleine vorbereiten kann. Falls die Ideen allen gefallen, probieren wir sie anschließend zusammen im Proberaum aus, ändern eventuell einige Rifflängen, den Aufbau, Takte oder Breaks, fügen etwas dazu oder nehmen etwas weg, versuchen verschiedene Tunings usw... Im Endeffekt ist ein Song fertig, wenn keiner mehr motzt. Und glaube mir, das kann dauern! Ab und zu geht das zwar auch ganz schnell, häufig ist es aber eine ewigwährende Tortur, die man nur mit genug Bier aushält ;-)… Nein, mal im Ernst, gerade das „Songfinden“ macht natürlich großen Spass!

Musicscan:Welche musikalischen Einflüsse sind bei Euch wieder zu finden? Habt Ihr alle in etwa den gleichen Musikgeschmack und war deshalb klar, in welche Richtung THE RETALIATION PROCESS gehen würde?

The Retaliation Process:Wir haben so Konsensbands, die wir eigentlich fast alle mögen. Die Bands haben dann aber nicht immer unmittelbar was mit unserem Sound zu tun. Mach uns bei 'ner guten Party z.B. mal Ignite und deren Song 'Bleeding' an und wir garantieren für nix!!! Pantera oder Katatonia finden wir glaube ich auch alle geil. Ansonsten ist Christoph eher der Undergroundler und Krachfetischist, Sascha der Future-Metaller, Micha der Metal-Pop-Ich-Hör-Alles-Hip-Hopper, Kummer hört eher groovigen Thrash/Death und ich bin wohl der Schwedentodfanatiker, der alle Bands abfeiert, die ein HM2 Boss Bodenpedal voll aufreißen können, um hier mal ein bisschen rumzustigmatisieren…

Musicscan:Ihr habt Euer Album mit Eike Freese produziert. Eike selbst ist Sänger und Gitarrist von Dark Age und somit kein unbeschriebenes Blatt. Warum habt Ihr Euch für eine Produktion mit ihm entschieden?

The Retaliation Process:Weil er ein sehr guter Produzent und langjähriger Freund ist, der total Bock auf uns hatte. Außerdem haben Nayled schon mal mit ihm in seinem alten Studio aufgenommen, was auch damals sehr cool und entspannt war. Kummer und ich haben ihn auch damals bei seiner SAE Abschlussprüfung unterstützt, wo er als Arbeit einen Song unserer damaligen Band produzierte. Du siehst, da steckt also 'ne längere Verbindung hinter und ich kann jeder Band empfehlen, sich sein Studio mal anzuschauen.

Musicscan:Kannst Du ein wenig die Arbeit mit ihm beschreiben?

The Retaliation Process:Es war sehr familiär und produktiv, man kann sich bei ihm einfach wohl fühlen und sicher sein, dass er das Beste aus der Band herausholen möchte und den Job solange durchzieht, bis er selber absolut zufrieden ist. Wir haben eigentlich ganz klassisch, aber in mehreren Phasen und etwas zerfahren aufgenommen. Erst kamen Drums, dann vier Gitarren und Overdubs sowie der Bass dran, später folgte dann der Gesang, danach der Mix. Die Mixe wurden wiederum ein paar Mal korrigiert und anschließend gemastert. Das Master wurde dann noch mal gemastert… es war also alles etwas too much, hat sich aber definitiv gelohnt, der Sound ist massiv, tight und dennoch nicht überproduziert und schön dreckig, so wie es sein muss… aber es war sozusagen gleich unser schwarzes Album…seinerzeit haben Metallica und Bob Rock ja auch kein Ende gefunden, haha. Das nächste Mal werden wir allerdings alles in einem Rutsch aufnehmen, das war diesmal einfach nicht anders möglich.

Musicscan:Ihr habt mit diesem Album dann direkt einen weltweiten Plattenvertrag mit dem jungen deutschen Label Silverwolf Productions unterschrieben. Wie habt Ihr Euch in dem Moment gefühlt, als Euch bewusst wurde, dass es so rasend schnell so ernst wird?

The Retaliation Process:Super hat es sich angefühlt, wir haben ja lange darauf hin gearbeitet. Man kann sagen, dass uns das noch mal einen großen Motivationskick gegeben hat und wir die Arbeit mit Silverwolf sehr schätzen. Nun sind wir natürlich gespannt, wie die Scheibe bei den Hörern und der Presse ankommt!

Musicscan:Ihr zeichnet in Euren Songs recht düstere Szenarien und auch der Titel "Downfall" verheißt nichts guten. Kannst Du etwas zu Euren Texten sagen?

The Retaliation Process:Die Texte wurden überwiegend von Christoph geschrieben, aber auch Micha hat ein paar und ich zumindest einen Text abgeliefert. Als wir nach einem passenden Titel suchten, fanden wir den gemeinsamen Nenner in „Downfall“. Es geht zusammengefasst um persönliche Tiefschläge, politische Irrungen und Machtspiele auf Kosten der Weltbevölkerung oder das Gefühl, dass Dinge über einem zusammenbrechen. Gleichzeitig soll das Artwork aber auch vermitteln, dass es immer irgendwie weitergeht. Offensichtlich ist unser Planet auf dem Cover komplett platt gemacht worden, dennoch ist da dieses Kornkreiszeichen und somit Leben vorzufinden bzw. da gewesen. Das Motiv ist als Metapher auch auf den geistigen Zustand von uns übertragbar: Lasst euch nicht zerstören und wenn ihr dennoch mal am Boden liegt, dann steht auf und kämpft, dann erneuert euch, bildet euch, seit kreativ und keine Marionetten, werdet stärker und gebt niemals auf. Es steckt also auch ein positiver Aspekt in dem ganzen Elend, wir haben es schließlich in der Hand.

Musicscan:Was kann man erwarten, wenn man eine THE RETALIATION PROCESS -Show besucht?

The Retaliation Process:Eine spielfreudige und tighte Band, die Bock hat, mit Euch die Hütte abzureißen und ordentlich zu feiern. Also bucht uns unter theretaliationprocess@gmx.de!

Musicscan:Was sind Eure Pläne für die kommenden Monate?

The Retaliation Process:Musikalisch gesehen das Album zu promoten wie wir nur können und an möglichst jeder Pommesbude zu spielen, die uns haben will. Außerdem sind wir sogar schon wieder recht weit im Songwriting zur zweiten Platte, insofern wäre es super wenn sich das Album gut genug verkauft, um spätestens in einem Jahr eine weitere Scheibe machen zu dürfen. Wir werden sehen!

Musicscan:Vielen Dank Jury, dass Du dir die Zeit genommen hast. Die berühmten letzten Worte gehören dir.

The Retaliation Process:Wir würden uns tierisch freuen, wenn die Leute uns als Newcomer eine Chance geben und mal ein oder zwei Ohren riskieren! Schreibt uns an, sagt uns was ihr denkt, bucht uns für Eure Shows, kauft das Album und vielleicht ein Shirt und trinkt einen mit uns. Wir hoffen auf eine gute Zeit im Zeichen des Rock 'n' Roll, also seit dabei!

 
 Links:
  myspace.com/theretaliationprocess
 
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