Go There
INFOS > Interviews-Stories > Details
/ 1 2 3 6 A B C D E F G H I J K L M N O P R S T U V W X Y Z [
Interviews/Stories gesamt: 1698

Lower Hell

Interview von: arne mit Steffen, am: 19.01.2010 ]

LOWER HELL legen mit „Hellevator“ ihren Bastardized-Einstand vor. Das Quintett aus Oberkirch präsentiert sich auf seiner neuen Platte selbstbewusster und lässiger als auf dem Debüt „Asphyxia“. Vorschnell lässt sich der neue Longplayer wahlweise als durchschnittliche MetalCore- oder Death’n’Thrash-Scheibe abtun. Es stimmt ja auch, dass LOWER HELL viele typische Zitate bemühen. Im Kontext von „Hellevator“ fungieren die bekannten Elemente jedoch nur als Türöffner und führen den geneigten Hörer schnell in übergerordnete, vielschichtige Strukturen. Groove und Intuition bilden die Ausgangsbasis der Songs der Baden-Württemberger, die sich ebenso verspielt wie anspruchsvoll entwickeln.

 

Musicscan: Stellt eingangs doch bitte Lower Hell und die involvierten Musiker kurz vor. Für all diejenigen, die Euch noch nicht kennen: Mit welchem Anspruch und mit welcher Einstellung seid Ihr unterwegs? Geht es um die Weltherrschaft, oder reicht es Euch schon, Spaß zu haben und einige Leute zu unterhalten? Welche „Erfolge“ schreibt Ihr Euch selbst zu?

Lower Hell: Nun, die Weltherrschaft ist ja ne ziemlich abgewetzte Nummer und einen derartigen Saustall will doch auch keiner ernsthaft haben. Für uns steht der Spaß sicherlich ganz weit vorne, aber wir wollen die Leute nicht einfach nur unterhalten, sondern sie begeistern. Unser Anspruch besteht darin, uns stetig zu verbessern. Damit ist zum einen das Können am Instrument gemeint, aber auch das Songwriting, das Zusammenspiel und der Anspruch eine Liveshow zu bieten, die überzeugt und tight gespielt ist. Wir sind froh auf unserem aktuellen Stand zu sein, aber wir möchten gerne noch ein Stück nach vorne kommen und noch mehr bieten. Deshalb wird jetzt auch schon wieder tüchtig an neuen Songs gearbeitet und Ideen gesammelt. Knallen muss es, und zwar nicht zu knapp! Erfolge: Dass es bei uns Stück für Stück nach vorne geht und wir dabei nie die Leidenschaft verloren haben, auch wenn es mal schlechter lief. Wir spielen in einer konstanten Besetzung und diese besteht ausschließlich aus motivierten Menschen… wenn das mal kein Erfolg ist. In dieser Truppe befinden sich 5 Jungs und halbwegs stramme Burschen. Der, der immer hinten sitzt wird mal ganz vorne genannt: Bastian Springmann an den Drums. Ein Adonis mit Bierfahne, der stets bemüht ist noch einen Scheit aufs Feuer zu werfen und mit sehr viel Ehrgeiz am Instrument gesegnet ist. Sven Busam der Sänger, der neben seinem Gesang auch sein organisatorisches Können in die Band einbringt und sich dem Brettsport verschrieben hat. Steffen Busam an der Gitarre. Ein Workaholic, der neben seinem Instrument auch das Aufnehmen von Stücken beherrscht. Auch er ist eine begeisterte Rampensau. Bloodlust Joe am Bass. Plötzlich war er da, keiner weiß genau woher er kam. Man kann ihn als Lebemann und Rosenkavalier bezeichnen. Ein Trasher der alten Schule. Bruno Sucher an der Gitarre. Fan des Gitarrenshreddings und klassischer Musik. Er hat sich der Völlerei verschworen, die er gemeinsam mit Joe betreibt.

Musicscan: Wie verlief der bandinterne Verständigungsprozess, der in der Konsequenz zu Eurem jetzigen Sound auf Hellevator geführt hat? Deckt sich der heutige Sound mit dem, den Ihr zum Start im Kopf hattet, oder ist alles in eine ganz andere Richtung gelaufen?

Lower Hell: Man kann sagen, dass sich der Sound mit dem deckt, was wir vorhatten, allerdings ist das ja das geniale am Musizieren, das man sehr viel im Kopf haben darf. Nach unserer letzen Veröffentlichung Asphixia haben wir gemeinsam beschlossen, was uns wichtig ist, was beibehalten werden soll, und wo noch mehr hinzukommen soll. Der Sound hat sich aus Vorstellungen, aber auch beim Schreiben der Stücke entwickelt. So wird es jetzt auch beibehalten.

Musicscan: Auf Hellevator kommen Elemente aus unterschiedlichen Heavy-Spielarten zusammen, ohne dass eine Richtung übergewichtet wird. Welche sind Euch besonders wichtig und welche Relevanz besitzen Faktoren wie Intuition, Eingängigkeit, Härte und Technik für Eure Stücke?

Lower Hell: Wir sind absolute Metalfans. Bei Lower Hell gibt es keine Debatte über Spielarten oder verschiedene Stilrichtungen des Metals. Wenn die Musik gut ist, dann ist sie gut. Jede Spielart ist uns dabei wichtig. Die Mischung bringt den Geschmack. Die Definition eines Stils ist ja gut, um einen Überblick auf dem Markt zu haben, aber wer sich dann nur auf einen bestimmten Stil festlegt, der läuft Gefahr vieles zu verpassen. Man geht ja auch nicht ins Restaurant und bestellt immer das gleiche Gericht. Jeder der von Dir genannten Faktoren ist für uns von großer Wichtigkeit. Eine gewisse Härte muss dabei sein, es soll ja schließlich knallen. Technik ist für uns wichtig, da sie einem hilft vieles umzusetzen, aber die Technik ist nicht ausschlaggebend dafür, ob ein Song gut ist.

Musicscan: In Euren Songs treffen Intuition und „geplanter Anspruch“ gleichberechtigt aufeinander. Wie stellt Ihr sicher, dass keine der beiden Richtungen die Oberhand gewinnt? Mir gefällt besondern die „Lässigkeit“ der Platte. War die geplant?

Lower Hell: Vielen Dank! Das stellen wir dadurch sicher, dass jeder offen seine Meinung sagt und ein Stück erst dann fertig ist, wenn alle zufrieden sind oder abgestimmt wurde. Zudem ist es wichtig kritisch zu reflektieren was man macht. Intuition und Anspruch bekommen dabei soviel Platz, dass keine der beiden Richtungen den Song verdirbt. Der Plan war der, eine Platte zu machen, die man sich gerne anhört und zwar am Stück. Dabei sollte es nicht so sein, dass 12 Stücke lang auf einem eingedroschen wird und man keine Zeit hat Luft zu holen. Wir stehen alle auf solche Platten, gar keine Frage, aber nicht ausschließlich. Einerseits wollten wir härter und technischer zuschlagen als auf dem Vorgänger, aber wir wollten auch vielseitiger werden und eingängigere Stücke schreiben. Wir wollten Ruhepunkte setzen und dafür sorgen, dass sich die Songs entfalten können. Die Härte sollte nicht verloren gehen, aber manchmal ist es auch geil, wenn ein Lied beginnt und man sofort die Bierflasche noch oben streckt und einfach Party machen muss. Das bisherige Feedback ist sehr positiv ausgefallen und scheinbar ist unser Vorhaben geglückt. Zudem mögen wir es, wenn man sich live auch mal lässig in den Schritt fassen kann, bevor wieder geknüppelt wird.

Musicscan: Egal, wie vertrackt und heavy einzelne Songs der Platte auch sind: Am Ende fallen die Stücke fast immer auf gute, klare Hooklines zurück. Zufall oder Plan? Wie geht Ihr grundsätzlich im Songwriting vor?

Lower Hell: Es gibt keine grundsätzliche Vorgehensweise. Die oben genannten Vorstellungen und Ansprüche bilden den Leitfaden. Es kann sein, dass Steffen ein fast komplett arrangiertes Stück vorstellt und dann mit Bastian die Drums komponiert. Oder man kommt mit einem Riff in den Proberaum und jamt . Der Text kann auch vor dem Stück stehen und man orientiert sich daran. Manchmal zeigen Bruno und Steffen sich gegenseitig neue Ideen und pushen sich damit hoch, so das sofort etwas aus den Verbindungen der Ideen entsteht. Es sind vielleicht auch gerade diese unterschiedlichen Vorgehensweisen, die die Vielseitigkeit bringen.

Musicscan: Was schlägt bei Euch im Songwriting stärker durch: Selbstbewusstsein, Neues auszuprobieren oder Routine und lieber auf Nummer sicher zu gehen?

Lower Hell: Naja, wenn wir bei der ersten full length schon auf Nummer sicher gehen würden, dann wäre wohl nicht mehr viel von uns zu erwarten HAHA!

Musicscan: Woran macht Ihr im Songwriting fest, dass ein Stück gelungen und fertig zum Aufnehmen ist. Gerade in anspruchsvollen „Crossover-Sounds“ ist das ja mitunter schwierig…

Lower Hell: Wenn ein Stück soweit ausgereift ist, dass man richtig damit arbeiten kann, dann beginnt die Vorproduktion. Um einen Song richtig beurteilen zu können, muss man ihn anhören und nicht selbst dabei mitspielen. Meistens wird dann schon in der Vorproduktion einiges verändert was einem sonst erst im Studio aufgefallen oder eingefallen wäre. Wenn die Vorproduktion allen gefällt, dann wird die Nummer richtig aufgenommen.

Musicscan: Hier noch die Chance, Eigenwerbung zu betreiben: Wer sollte Euch warum eine Chance geben? Was habt Ihr zu bieten?

Lower Hell: Hellevator ist eine CD für Freund der elektrischen Gitarre, für Metalfans, für Liebhaber von Gitarrenshredding, scharfen Drums , mitreißendem aggressivem Gesang , für Rocker und Mosher, für die Mutti vom Büdchen und den Kalle aus dem vierten Stock. Wir bieten mehr als wir versprechen und weniger als wir gerne würden.

 
 Links:
  myspace.com/lowerhell
 
oben
Platte der Woche:

Die letzten Reviews:

  Downfall Of Gaia
  Optimist
  Breathe Atlantis
  Kadinja
  Kallejon/Callejon

Interviews/Stories:

  I Am Revenge
  Cortez
  Memphis May Fire

Shows:

  12.12. Death Angel - Saarbrucken
  12.12. Mtv Headbangers Ball Tour 2018 - Saarbrucken
  12.12. Sodom - Saarbrucken
  12.12. Suicidal Angels - Saarbrucken
  13.12. Death Angel - Ludwigsburg