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Lostsphereproject

Storie von: arne, am 13.01.2010 ]

Mumakil propagieren, „Grind As Fuck“ zu sein. Auf die Landsleute vom LOST SPHERE PROJECT trifft das gleichermaßen zu, auch wenn das Outfit weniger old schoolig unterwegs ist. Die Division-Kombo zeigt sich in ihrer Wirkung aber genauso vernichtend und durchschlagend.

 
Grind ist man auch, wenigstens teilweise, und „(Heavy) As Fuck“ sowieso. Die Musiker aus Genf zimmern einen wuchtigen Mix aus schleppenden Death-Sludge-Downern und einem gepflegten Direktangriff zwischen Math-Rock und Grindcore: „Seit unser Album fertig ist, überdeckt der Stolz auf das, was wir geschaffen haben, alles andere,“ sagt Bassist Julien. „Wir haben drei Jahre an den Songs gearbeitet und dachten schon, wir seien verflucht, weil es nicht so voran ging, wie wir es wollten. Mit dem Erscheinen ist eine schwere Last von uns abgefallen, die ungeheure Motivation freigesetzt hat. Das kann man auf den Shows erleben. Wenn wir Stücke komponieren, sind wir konzentriert und ernst. Auf der Bühne geht es jedoch darum, gemeinsam mit dem Publikum abzugehen. Genau das tun wir jetzt.“

Für den April 2010 steht eine Europa-Tour mit Impure Wilhelmina auf dem Programm, die ebenso frech und scheuklappenfrei wie LOST SPHERE PROJECT agieren: „Es gibt nichts Besseres, als die eigene Kreativität ohne Einschränkungen auszuleben,“ weiß der Bassist. „Wenn man die Grenzen selbst bestimmt, kann man alles erreichen und niemandem Vorwürfe machen, wenn man nicht das schafft, was man sich vorgenommen hat. Es ist aber nicht unser erklärtes Ziel, Standards neu zu definieren oder Grenzen zu übertreten. Wenn das passiert, ist es okay, doch erzwingen kann man es nicht. So ähnlich verhält es sich mit der Bedeutung der technischen Komponente. Sie ist zweifellos wichtig, jedoch nur Mittel zum Zweck.”

Das martialische Wesen von „Verse XXIV“ resultiert aus dem chaotisch-abgefahrenen Stil der Schweizer, der technisch und extrem ist: „Nicht nur die Musik ist extremer geworden, das gesamte Umfeld ist es. Egal, ob man sich Fernsehen, Kino-Filme, Video-Spiele oder Internet-Angebote anschaut – der Trend zu extremen Sachen ist überall zu sehen. Als Band sind wir schon immer so unterwegs, und uns gibt es bereits seit zehn Jahren. Trotz des extremen Umfelds ist es nach wie vor schwierig, Gigs zu bekommen und Platten zu veröffentlichen.“ Dabei zimmern die Musiker einen stimmigen Mix


aus verschiedenen Underground-Spielarten, der eigen ist: „Mir ist es wichtig, einen eigenen Stil zu haben, der sich nicht greifen lässt,“ so Julien. „Die Leute wollen immer kategorisieren und zeigen sich überrascht, wenn das mit einer Band nicht klappt. Das sorgt dafür, dass sich die Leute mit einem beschäftigen. Uns geht es aber nur darum, wir selbst zu sein. Zumeist werden wir als Grindcore gehandelt, wobei ich denke, dass dieses Label zu kurz greift.“ Selbst in den ausgebremsten Passagen relativieren LOST SPHERE PROJECT die destruktive Attitüde ihrer Stücke nicht. „Verse XXIV“ ist ein durch und durch bösartiges Album, das seine Hörer kalt und hinterrücks erwischt:

„Es ist das Ergebnis eines langen Entstehungsprozesses. Wir haben das Album sogar zwei Mal aufgenommen, weil wir mit der ersten Version nicht zufrieden waren. Anschließend machten wir uns auf die Suche nach einem Label und sind schließlich zu Division Records gekommen. Auf der Platte finden sich ältere und neue Songs, die einen Querschnitt unserer musikalischen Entwicklung darstellen und zeigen, was wir können. Aktuell arbeiten wir schon wieder an der nächsten EP. Nachdem der Bann gebrochen und das Album draußen ist, läuft auf einmal alles rund und zügig. Unser Sound hat sich schon wieder verändert, auch wenn der Kern gleich geblieben ist.“ Man sollte stets darauf gefasst sein, dass LOST SPHERE PROJECT neue Wege gehen: „Unbedingt, nimm den Song ,Luvicide’, so Julien.

„Er steht für einen anderen Ansatz und unterscheidet sich deutlich von dem, was wir sonst tun. Mit Antoine Läng haben wir einen tollen Experimental-Sänger als Gast dabei. Es ist das erste Mal, dass bei uns gesungen wird. Das hat uns motiviert, in dieser Richtung mehr zu tun und war der Anstoß für „Reverse XXIV”, das bald fertig sein wird. Das ist ein Remix-Album, auf dem Künstler wie Dub'l Po (Electro Dub), Daisylusion (Electro), Mahood & Assassinatra (Experimentals), The Sky Is The Limite (Drone/Doom) und DJ Oxsa (Breakbeat) vertreten sein werden, und das, wie die neue EP, im Frühling 2010 kommen soll.“

 
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