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Tomydeepestego

Storie von: arne, am 07.01.2010 ]

TOMYDEEPESTEGO stammen aus der italienischen Hauptstadt und sind vor drei Jahren von früheren Mitgliedern von Inferno, Malkavian und The Phoenix gegründet worden. In der neuen Band-Konstellation wagt sich das Quartett an ein stimmloses Experiment, weil es dem Reiz des Songwritings ohne Vocals erlegen ist. Das Zweitwerk „Chronophage” zeugt davon, wie findungsreich und versiert sich die Römer in den Weiten instrumentaler Musik zwischen Rock und Metal bewegen.

 
„Ich bin davon überzeugt, dass unsere Songs von jedem Hörer alternativer Musik verstanden und geschätzt werden können, unabhängig davon, ob sie nun lieber Metal, Hardcore oder Rock hören,“ meint Gitarrist Edoardo Lucà. „Wir spielen einen generell gehaltenen Stil, den man als klassisch verstehen kann und der dieselbe Basis wie die traditionellen Metal-Bands besitzt. Das eröffnet uns vielfältige Möglichkeiten. Wir sind zunächst nur zum Spaß gestartet und haben die Erfahrungen der Gruppen, in denen wie zuvor gewesen sind, miteinander verbunden. Es musste ein allgemeiner Sound werden, denn die Einflüsse und Stile lagen weit auseinander. Dennoch haben wir uns schnell gefunden und seither beständig weiter entwickelt, wobei wir in alle Richtungen offen geblieben sind.“ Das Zweitwerk von TOMYDEEPESTEGO ist so vetrackt und fordernd, wie es zwanglos und partiell einlullend ausfällt: „Unser Debüt-Album „Odyssea” ist eine ereignisreiche Reise gewesen, auf der viel passierte und Einiges schief ging,“ äußert sich Edoardo Lucà. „„Chronophage” verstehe ich als Ausgangsbasis für eine Zukunft, der wir mit Zuversicht entgegen sehen. Wir sind fokussiert und lassen uns durch nichts ablenken. Dennoch brechen wir nicht mit unserer Vergangenheit. Wir haben aus unseren Fehlern gelernt, um besser und nachhaltiger aufzuspielen.“

Die acht Songs der Italiener berühren, denn die Kompositionen des Zweitwerks sind intensiv und spannungsreich: „Die ersten Songs sind bereits vor mehr als zwei Jahren entstanden, so dass sie für uns längst nicht mehr neu sind. Wir haben sie zwischenzeitlich aber immer wieder verändert, bis wir sie schließlich aufgenommen haben. Aus diesem Grund sind sie sehr persönlich und bedeuten uns viel. Dass sie jetzt endlich veröffentlicht sind und die Leute sie hören können, ist fantastisch. Wir haben eine Menge vom Debüt gelernt und bei der zweiten Platte von diesen Erfahrungen profitiert. Entscheidend ist, dass man im Songwriting als eingeschworene Einheit agiert und auf ein gemeinsames Ziel hin arbeitet. Die Rezeption von „Odyssa” haben wir als Ausgang genommen und analysiert. Pro und Contra haben wir diskutiert, sofern wir geglaubt haben, dass das Feedback konstruktiv gewesen ist. Erst danach sind wir in den Proberaum gegangen und haben mit dem Songwriting begonnen. Wir sind nicht geplant vorgegangen, sondern haben einfach losgelegt und getan, was wir lieben. Planbar ist instrumentale Musik nicht, also sind wir dem gefolgt, was sich ergeben hat. Im Ergebnis steht „Chronophage“, das sich als Rock-Metal-Oper verstehen lässt, die eine besondere Intensität und Persönlichkeit besitzt. Vergleiche zu etablierten Größen sind müßig. Ich denke, dass wir etwas Eigenes geschaffen haben, das sich im internationalen


Wettbewerb absetzt.“

Es fällt positiv auf, dass sich die Italiener nicht zu wichtig nehmen und nicht zu sehr an den einschlägig etablierten Größen orientieren. Die Musiker suchen sich eigene Wege, das „Fehlen“ von Gesang auszugleichen: „Warum sollte es schwieriger sein, ein instrumentales Album für sich zu entdecken?“, fragt der TOMYDEEPESTEGO-Gitarrist. „Es gibt schließlich viele Leute, die Klassik oder Jazz über alles schätzen. Hinderlich scheint mir allein die Tatsache, dass man nicht mitsingen kann. Deshalb fällt einigen Hörern der Zugang schwerer. Auf der anderen Seite fordern wir Ohren, Geist und Herzen dazu auf, sich voll und ganz auf die jeweilige Stimmung einzulassen, so dass es gar keiner Vocals bedarf.“ Wenn sich sonst rein instrumental angelegte Bands bewusst dafür entscheiden, einen ihrer Tracks mit Vocals – konkret einem satten Gemeinschafts-Chorus – zu versehen, zeugt das von einem reflektierten Blick auf das eigene Schaffen und die nötige Lockerheit, die es braucht, wirklich gute Musik zu schreiben: „Die Vocals haben wir gemeinsam mit Valerio Fisik, unserem fünften Band-Mitglied, eingesungen,“ erläutert Edoardo auf das Stück ,J.H.I.’ angesprochen: „Die Idee dafür kam uns morgens zwischen zwei und drei Uhr und war so spontan, dass wir sie direkt umgesetzt haben. Wir wollten etwas tun, das es bei TOMYDEEPESTEGO zuvor noch nicht gegeben hatte. Es zeigt, wie vielschichtig und konsequent „Chronophage“ ist. Wir sind bereit, alles zu geben und Normen zu brechen. Der Titel hat eine Bedeutung für uns, die wir jedoch nicht offenbaren werden. Nur so viel: Die drei Buchstaben haben wir einmal auf Tour an einer Häuserwand irgendwo in Deutschland gesehen. Mit dem zugehörigen Abend verbinden wir viel.“

Neben dem Offensichtlichen – Metal und Rock – sind die Römer auch stark von der Impulsivität des Hardcore beeinflusst. Zudem findet sich auch ein elektronischer Einschlag, so dass im Ergebnis ein interessanter Crossover-Sound steht, der sich nur schwer greifen lässt: „Wir sind mit allen Labels belegt worden, die man sich nur vorstellen kann, ohne dass irgend etwas getroffen hätte. Bricht man es herunter stehen immer Konstrukte wie Post-Irgendetwas, Prog-Irgendetwas oder Alternative-Irgendetwas. Wir selbst kümmern uns nicht darum, was wir eigentlich sind und machen so weiter, wie wir es von Beginn an getan haben. Die Basis sind Rock und Metal, und wir schauen, wohin sich unsere Stücke entwickeln. Die Einflüsse sind so breit, dass ich erst gar nicht versuche, sie auzuzählen.“ TOMYDEEPESTEGO bestechen mit progressiven Sounds, die zahhlose Intensitäts-, Schwere- und Rock-Grade streifen. Im Ergebnis steht mit „Chronophage” ein Album, das positiv, bestärkend und überaus spannend ausfällt.

 
 Links:
  myspace.com/tomydeepestego
 
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