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Sybreed

Storie von: arne, am 29.12.2009 ]

Über die sechs Jahre ihres Bestehens hinweg haben SYBREED ihren Sound zwischen melodischem Death Metal, sprödem Industrial und elektronischer Wave-Elemente immer stärker akzentuiert und sich längst eine eigenständige Anmutung erarbeitet. „The Pulse Of Awakening”, der dritte Longplayer der Band aus Genf, stellt das klar heraus.

 
„Es mag abgedroschen klingen, doch die Musik ist unser Leben,“ äußert sich Frontmann Benjamin im Gespräch. „Wir brauchen sie zum Atmen. Ohne Musik würde uns ein wesentlicher Teil unserer Persönlichkeit fehlen. Egal, ob es um Proben, Songwriting, Aufnahmen oder Live-Spielen geht – jede Facette des Band-Daseins nehmen wir tief in uns auf und wissen sie zu schätzen. Als Musiker fühlen wir uns vom Alltag entkoppelt und erleben Glücksgefühle, die wir in unseren regulären Jobs niemals erfahren würden. SYBREED ist unser Weg, in der Routine des Alltags nicht verloren zu gehen und das zu machem, was wir lieben.“ Die Schweizer Listenable-Kombo ist einem modernen Crossover-Sound verschrieben, der abhängig von Song und Passage mal eingängiger Metal, mal Industrial-Stakkato und mal atmosphärischer Elektro ist. Das garantiert für viele Überraschungen und einen abwechslungsreichen Sound:

„Die Art und Weise, wie wir unsere Songs schreiben, ist bis heute unverändert geblieben,“ so der Sänger. „Somit sind auch unsere Glücksgefühle, wenn ein Stück oder ein Album fertiggestellt ist, ähnlich wie zu Beginn. Die einzige Änderung ist, dass wir im Songwriting heute schneller und effizienter agieren. Doch noch immer bedeutet jedes Stück eine Herausforderung, die bewältigt werden muss. Nur ein kleiner Teil hat sich als gelernte Routine eingeschliffen, und wir achten darauf, dass es so bleibt. Da wir beständig Neuland betreten, wenn wir uns kreativ ausdrücken, gibt es immer etwas Neues zu entdecken. Es sind noch so viele Dinge auszuprobieren. Insofern ist der Reiz des Musizierens auch nach all den Jahren noch da und genauso stark, wie am ersten Tag und beim ersten Stück.“ Das Drittwerk „The Pulse Of Awakening” ist wie seine Vorgänger ein modern inszeniertes Album, das selbstbewusst zwischen den Stilen wildert und keine Berührungsängste mit poppigen Tendenzen kennt. Die vier Schweizer sind längst zu versierten, cleveren Songwritern gereift, die effektive Stücke schreiben und ihre Hörer trotz eines dichten, komplexen Inputs nicht überfordern:

„Unsere Band ist mit dem Ziel angetreten, niemals still zu stehen, und sich beständig zu entwickeln. Wir haben SYBREED von jeher so verstanden, dass der Weg das Ziel ist und wir dem folgen, was sich intuitiv einstellt. Meiner Ansicht nach ist es ganz natürlich, dass sich der Sound einer Band weiterentwickelt und man keinen Song doppelt schreibt. Andernfalls stimmt etwas mit der Einstellung nicht. Es würde uns langweilen, uns zu wiederholen. Dasselbe doppelt zu tun, würde uns beschämen, so dass wir uns gegenüber dem Publikum schuldig fühlen würden. Deshalb sind wir beständig auf der Suche nach neuen Ausdrucksmöglichkeiten und Sounds, die uns weiterbringen.“ Die grundlegenden Strukturen


der Tracks sind jeweils klar herausgearbeitet und problemlos nachzuvollziehen. Eingängige Hooks und Clean-Gesang in den Refrains schaffen Orientierung und Idenfikation. Die Feinheiten entlang des Weges können ja diejenigen entdecken und würdigen, die im Umgang mit modernen Metal-Sounds vertrauter sind:

„Für uns gibt es nicht „den” Song, schon gar keinen idealen Prototyp. Ansprüche und Wertschätzung für Musik unterliegen einer stetigen Veränderung und einem Wandel. Wie will man da bestehen, wenn man sich nicht weiterentwickelt und verändert? Es ist ja schon so, dass man ein- und denselben Song anders wahrnimmt, wenn man ihn mehrfach hört. Würden wir jemals einen unserer Auffassung nach perfekten Song schreiben, müssten wir die Band auflösen. Zwar streben wir stets nach dem Bestmöglichen, doch mit der Frage, ob oder wie perfekt es nun ist, befassen wir uns nicht. Uns reicht es schon, wenn unsere Hörer eine emotionale Bindung zu unseren Stücken aufbauen können.“ Die Songs von SYBREED lassen an Gruppen wie One-Way Mirror, Passenger, Engel, Zeromancer, In Flames, Soilwork, Meshuggah, Fear Factory und Strapping Young Lad danken. All diese Referenzen besitzen Berechtigung, weil die Schweizer ihren musikalischen Schwerpunkt beständig in Bewegung halten:

„Die Aufgabe von Musikern ist es, Hörer zu überraschen,“ so Benjamin. „Ist man ehrlich, sind die eigenen Tracks selten mehr als Neukombinationen bekannter Klischees und Stilelemente. Worauf ankommt, ist es, die verwandten Stereotype mit der eigenen Persönlichkeit anzureichern und so etwas Anderes, Neues zu erschaffen. Wenn einem das gelingt, sind die Möglichkeiten grenzenlos. Entwicklung im Kontext von Musik bedeutet schließlich vor allem, sich einen möglichst einzigartigen Sound anzueigenen, der Wiedererkennung erlangt. Hat man das geschafft, kann man als Metal-Band im besten Fall auch ein Elektronik-Album schreiben und dennoch als man selbst erkannt werden.“ Partielle Einzigartigkeit ist den Musikern aus Genf zuzuschreiben, die mit „The Pulse Of Awakening” einen gelungenen Kompromiss aus Brutalität und Verträglichkeit geschaffen haben: „Die vielen Melodien und die emotionale Ausrichtung von SYBREED bedingen den Einsatz cleaner Vocals. Dennoch sind wir an anderer Stelle auch sehr aggressiv und hart unterwegs. Am Ende kommt es auf die richtige Mischung und die sich herausbildende Atmosphäre an, die wir niemals aus dem Blick verlieren. Im Songwriting lassen wir uns vom Moment inspirieren. Haben wir das Gefühl, härter sein zu müssen, tun wir es einfach. Denken wir, dass gefühlvolle Passagen nicht schlecht wären, nehmen wir uns zurück. So einfach ist es. Entscheidend ist, dass man dem natürlichen Soundfluss folgt und auf seine Intuition vertraut.“

 
 Links:
  myspace.com/sybreed
 
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