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The Red Shore

Storie von: arne, am 23.12.2009 ]

In der australischen Deathcore-Szene sind THE RED SHORE eine gesetzte Größe, während man in Europa bislang kaum Notiz von ihnen genommen hat. Listenable Records sicherte sich die Lizenz-Rechte zur Veröffentlichung des ersten Longplayers der Band, „Unconsecrated“, der um den Bonus der „Lost Verses“ MCD aufgewertet wird.

 
„Wir sind bislang erst ein einziges Mal in Europa getourt. Da ist es verständlich, dass man uns kaum kennt,“ meint Bassist Jon. „Wir haben es uns jedoch fest vorgenommen, die Situation zu verändern und zukünftig häufiger bei euch zu touren. Mit dem Release unseres Albums in Europa wird sich hoffentlich schon bald eine neue Möglichkeit bieten.“ Obwohl die Band aus Melbourne schon einige Jahre lang besteht, verlief ihr Weg bislang nicht als geradlinig. Es ist keinesfalls selbstverständlich, dass THE RED SHORE noch immer aktiv sind. Vor zwei Jahren ereilte das Quintett ein herber Schicksalsschlag, als Sänger Damien Morris bei einem Autounfall auf Tour tragisch verstarb. Aufgesteckt haben die verbliebenen Musiker nicht, auch wenn sich ihr Sound weiter radikalisierte: „Was uns motiviert, trotz aller Widrigkeiten immer weiter zu machen, ist die Chance, mit Leuten unterwegs zu sein, die ebenso leidenschaftlich an die Musik und ihre Bands glauben, wie wir es tun,“ so Jon. „Wir haben die Möglichkeit, jeden Tag woanders zu sein, immer wieder Neues zu entdecken und neue Leute kennen zu lernen. Dieses Leben liebe ich. Ich kann mir nicht vorstellen, einen normalen Job zu haben und immer am selben Ort zu sein. So lange es geht, werde ich als tourender Musiker unterwegs sein und angepisste, wütende Songs schreiben.“

Musikalisch sind THE RED SHORE am hochgradig technischen Ende der Deathcore-Skala anzusiedeln. Bitterböses Tempo und extrem komplexe Songstrukturen kennzeichnen ihre Stücke: „Wir sind nicht davor gefeit, zu technisch zu werden und das nachvollziehbare Songwriting aufzugeben. Es ist ein schmaler Grad, doch man darf nicht vergessen, dass wir Death Metal spielen,“ meint der Bassist. „Natürlich ist ein ausgewogenes Songwriting wichtig, doch partiell kann und muss


man auch abdrehen dürfen. So lange man am Ende wieder in halbwegs geordnete Bahnen zurück findet, sehe ich keine Probleme.“ Melodien, verträgliche Momente oder wiedererkennbare Hooklines gibt es bei den Australiern nicht. Das Quintett aus Melbourne tritt auf seinem Debüt ausschließlich krass in Erscheinung:

„Wir wollten etwas erschaffen, das die Hörer umhaut und ihnen klar macht, dass hier THE RED SHORE aufspielen. Dazu müssen wir nicht einmal originell sein, was ohnehin schwer ist. Alles, wonach wir streben, ist es, extrem, schnell und rabiat zu sein. Und zwar so sehr, wie es uns möglich ist. Wir sind eine technische Death Metal-Band, die versucht, eine spannende Mixtur aus hochgradig technischen, abgedrehten Songs und solchen, die etwas gemäßgter sind, zu erschaffen. Die einzelnen Parts unserer Stücke unterscheiden sich hinsichtlich Komplexität und Tiefe teilweise stark, doch passieren tut immer etwas.“

Im Kontext von „Unconsecrated / Lost Verses“ ist eher von Stückwerk denn von konsistentem Songwrtiting zu sprechen, doch Freunde von Bring Me The Horizon, All Shall Perish und den frühen The Black Dahlia Murder werden THE RED SHORE wohl gerade dafür abfeiern: „Bislang hatten wir im Studio immer gerade so viel Zeit, dass wir alle Stücke aufnehmen konnten. Zeit zum Experimentieren oder neuem Arrangieren blieb nie. Mit zunehmender Erfahrung ist man jedoch eingespielter und weiß, was zu tun ist. Die MCD „Lost Verses“ haben wir direkt nach dem Ende einer mehrwöchigen Tour aufgenommen. Wir konnten die Songs im Schlaf, was dazu führte, dass sie homogener und zusammengehöriger als die anderen Veröffentlichungen klingen.“ In ihrer Heimat sind THE RED SHORE gerade mit The Acacia Strain unterwegs. Das wäre auch hierzulande ein interessantes Tour-Package.

 
 Links:
  myspace.com/theredshore
 
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