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Gorilla Monsoon

Interview von: Daniel mit Sandro, am: 20.12.2009 ]

Hört man GORILLA MONSOON zum ersten Mal und bewertet die ersten Höreindrücke, dann muß man sich wohl ganz zwangsläufig fragen, ob Dresden wohl doch nicht in Ostdeutschland liegt und ob es in der Gegend wohl sumpfig ist und im Sommer feuchtheiß. Die Frage stellt sich nicht ohne Grund, denn unvoreingenommen und ohne Hintergrundinformationen gehört, würde man das zweite Album der Dresdener wohl sofort in den Süden der USA sortieren. So machen GORILLA MONSOON auch keinerlei Hehl daraus, in welcher musikalischen Tradition sie stehen: Down, Crowbar und ähnliche Bands auf US-amerikanischer Seite. Ein starkes Stück Elb-Doom.

 

Musicscan: Erstmal meinen Glückwunsch zur neuen Platte, ein derber Killer! Bitte erzählt mir in Kürze, wie der kreative Prozess vonstatten ging und gibt es etwas, was Euch beim Schreiben/Aufnehmen besonders in Erinnerung geblieben ist?

Gorilla Monsoon: Der kreative Prozess erstreckt sich über einen längeren Zeitraum. Wir haben keinen gesteckten Punkt, ab dem wir sagen: „Alles klar, ab jetzt schreiben wir neuen Scheiß.“. Sondern wir gehen in den Probraum –mein zweitliebster Platz nach meinem Bett- und machen entweder was Neues, spielen was Altes oder quatschen einfach, über Verschwörungstheorien, oder so… Wir haben jetzt z.B, schon einen Hammersong für’s dritte Album. Die Aufnahmen liefen dann ganz relaxt von statten, Schrödey ist echt ein großartiger Typ, der das Ding schon schaukelt. Wir kamen uns manchmal vor wie im Spielzeugland; das ganze Zeug, die Instrumente und so… Natürlich mussten wir alles antatschen und ausprobieren. Außerdem haben wir uns manchmal ganz schön abgeschossen.

Musicscan: Unabhängig davon, daß Ihr vielleicht noch nicht ausreichend Distanz zu "Extermination Hammer" habt: Wo seht Ihr persönlich die Unterschiede zum Vorgänger?

Gorilla Monsoon: Auf „DAMAGE KING“ war der Gesang etwas zu leise. Der Sound ist etwas anders. Das Cover ist anders. Weißt Du, man muss so ein Album wie ein Photo verstehen, wie eine Momentaufnahme und sowohl „DAMAGE KING“ als auch „EXTERMINATION HAMMER“ haben das perfekt geschafft.

Musicscan: Unvoreingenommen gehört, würde man Eure Musik doch eher in die Südstaaten der USA sortieren. Woher kommt die sumpfige New Orleans Atmosphäre?

Gorilla Monsoon: Hm, das ist die Summe aus Chris, Jack, Phil und mir, unsere Einflüsse durcheinandergequirlt. Down, C.O.C. oder Crowbar, um nur einige zu nennen, hören wir sehr viel, aber es gibt noch weitaus mehr Einflüsse: Old School Death, 80er Metal, die 70er – Lizzy, Sabbath…- Doom, Stoner…Andy Borg…

Musicscan: Wie ging Eure musikalische Sozialisation vonstatten? Mit was seid Ihr aufgewachsen?

Gorilla Monsoon: Ganz genau weiß ich’s nicht von allen. Phil’s erste Band war, glaub ich Sepultura zu Roots-Zeiten, darüber kam er dann zum Death Metal, dann zum Thrash und schleißlich offenbarte sich ihm auch noch mehr. Jack wurde vom Hardcore Techno straight zum Grind – und Porn – Core katapultiert. Danach kam Rock und Doom und momentan –ich wohne mit ihm zusammen – geht er auf eine Reise zurück in die Musikgeschichte. Er ist gerade beim Blues der 40er. Chris seine erste große Band war Blind Guardian. Da hat er lange nichts drauf kommen lassen. Er gings ziemlich traditionell an. US-Metal der 80er vor allem. Aber auch Doom, ich war mit ihm bereits 96 oder so bei einer Show von Solitude Aeturnus und Revelation, mittlerweile kann er aber auch so Sachen wie Volbeat hören. Bei mir liefs fast in der Reihenfolge ab wies entstanden ist. Mein Vater hört Bands wie Deep Purple, Beatles, Led Zeppelin… , mit zwölf bekam ich von einem Kumpel „We sold our soul for Rock’n’Roll!“ von Sabbath auf Tape kopiert und danach wusste ich, was definitiv meine Musik ist. Dann Ozzy solo – großartig! So gings weiter, NWOBH, Thrash, Death und parallel dazu Doom, immer wieder Doom, auch True Metal. Dann legte ich die Scheuklappen ab und der Pool voll mit geiler Musik wurde noch größer. Ich bin süchtig nach Musik, ich glaube wir alle!

Musicscan: Welche zeitgenössischen Bands haben einen Einfluß auf Euren aktuellen Sound?

Gorilla Monsoon: Black Sabbath, denn am Ende ist alles Black Sabbath. Wie Rob Zombie sagte: „Du kannst es vorwärts spielen, rückwärts spielen. Du kannst es langsamer oder schneller spielen, aber am Ende ist alles Black Sabbath!“.

Was würdet Ihr jemandem entgegnen, der behauptet, Stoner/Doom wäre immer noch in erster Linie Kiffer-Musik?

Gorilla Monsoon: Stimmt!

Musicscan: Beeinflusst die Herkunft aus Dresden Euren Sound?

Gorilla Monsoon: Natürlich! Es ist unsere Heimatstadt, hier ist jeder von uns aufgewachsen. Man wird ja von seinem Umfeld geprägt. Dresden ist wirklich cool; unsere Kumpels sind hier, es gibt eine gesunde Metal Szene und es kommen ab und zu coole Bands vorbei. Letztens war ich bei Grief, man war das geil!

 
 Links:
  myspace.com/gorillamonsoonhellrockinc
 
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